
Wasservorrat anlegen bedeutet, genug Trinkwasser für mehrere Tage ohne funktionierende Wasserversorgung im Haus zu haben, meist in Kanistern oder Flaschen gelagert. Als Richtwert gelten 2 Liter pro Person und Tag, aber die aktuelle Hitzewelle in Europa mit teils über 40 Grad in Deutschland hat mich dazu gebracht, meinen eigenen Vorrat neu zu überdenken. In diesem Artikel zeige ich dir, wie viel Wasser du wirklich brauchst, wie ich mein eigenes System im Keller aufgebaut habe und worauf du bei der Lagerung achten musst.
Aktualisiert : Wassermenge an die aktuelle Hitzewelle angepasst, mein eigenes Lagersystem im Keller ergänzt.
Wie viel Wasser du im Notvorrat einplanen solltest
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt als Basiswert 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag, aufgeteilt in etwa 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen. Für den empfohlenen 10-Tage-Vorrat sind das rund 20 Liter pro Person.
Dieser Wert gilt aber für ein gemäßigtes Klima. Bei einer Hitzewelle mit 35 bis 40 Grad und mehr, wie sie gerade in weiten Teilen Europas herrscht, reicht das bei Weitem nicht aus. Der Körper verliert bei solchen Temperaturen deutlich mehr Flüssigkeit über Schweiß, und der Bedarf steigt entsprechend. Ich rechne im Sommer mit 3 Litern reinem Trinkwasser pro Person und Tag, zusätzlich zu Brauchwasser für Hygiene und Toilette.
| Haushaltsgröße | 10 Tage bei 2 l/Tag (BBK-Basis) | 10 Tage bei 3 l/Tag (Sommer/Hitze) |
|---|---|---|
| 1 Person | 20 Liter | 30 Liter |
| 2 Personen | 40 Liter | 60 Liter |
| 3 Personen | 60 Liter | 90 Liter |
| 4 Personen | 80 Liter | 120 Liter |
Hast du keine Quelle für Brauchwasser wie eine Regentonne oder einen nahen Bach, plane zusätzlich Wasser für Toilettenspülung und Körperhygiene ein. Auch Haustiere brauchen ihren eigenen Anteil, den du nicht vergessen solltest.
Mein eigenes Wassersystem im Keller
Bei uns im 3-Personen-Haushalt sah mein Wasservorrat vor der aktuellen Hitzewelle so aus: 100 Liter Trinkwasser in Kanistern im Keller, dazu ein laufender Alltagsvorrat von etwa 50 Litern normalem Trinkwasser. Wegen der Hitze habe ich jetzt 4 weitere 25-Liter-Kanister dazugekauft, also 100 Liter zusätzlich. Insgesamt komme ich damit auf 250 Liter, deutlich mehr als die 60 Liter, die das BBK für 10 Tage bei 3 Personen als Minimum ansetzt.
Die Kanister stehen bei mir im kühlen Keller, lichtgeschützt und vor neugierigen Blicken versteckt, in lebensmittelechten Kunststoffbehältern. Bevor ich einen Kanister befülle, reinige ich ihn gründlich, spüle ihn mehrfach durch und desinfiziere die Öffnung. Erst dann kommt sauberes Leitungswasser rein. Nach etwa 6 Monaten tausche ich das Wasser aus, wobei es zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht schlecht ist, ich verbrauche es einfach im Alltag und fülle die Kanister neu auf.
Meine persönliche Einschätzung von Robert M.
Egal wie viel Trinkwasser du eingelagert hast, die Möglichkeit, Wasser zu filtern, sollte immer eine zusätzliche Option sein. Ein voller Kanister ist irgendwann leer, ein guter Wasserfilter dagegen liefert dir immer wieder neues Trinkwasser aus jeder verfügbaren Quelle. Welche Filter sich dafür eignen, zeige ich in meinem Outdoor Wasserfilter Test 2026.
Wasservorrat richtig lagern: Kanister oder Glasflaschen

Lagere Trinkwasser an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort, idealerweise in Glasflaschen oder lebensmittelechten Kunststoffkanistern. Direkte Sonneneinstrahlung solltest du in jedem Fall vermeiden.
Glasflaschen halten das Wasser praktisch unbegrenzt sauber, ohne dass sich etwas aus dem Material löst. Kunststoffkanister sind leichter und bruchsicherer, geben nach etwa einem Jahr aber zunehmend Weichmacher an das Wasser ab. Deshalb tausche ich das Wasser in meinen Kanistern spätestens nach 6 Monaten aus, auch wenn es rein optisch noch einwandfrei aussieht.
Wie lange hält sich Leitungswasser im Kanister
Richtig gelagert, also vor Sonne und Wärme geschützt und luftdicht verschlossen, hält sich Leitungswasser im Kanister praktisch unbegrenzt lange. Trinkwasser verdirbt nicht wie Lebensmittel, es können sich aber mit der Zeit Keime im Behälter vermehren, wenn beim Befüllen nicht sauber gearbeitet wurde. Genau deshalb reinige und desinfiziere ich meine Kanister vor jeder Neubefüllung und wechsle das Wasser alle 6 Monate aus, auch wenn eine längere Lagerung technisch möglich wäre.
Willst du Leitungswasser direkt aus dem Hahn in leere Flaschen oder Kanister abfüllen, reinige die Behälter vorher gründlich und desinfiziere die Öffnung am besten mit Alkohol, um Verunreinigungen beim Abfüllen zu vermeiden.
Leitungswasser abkochen: So gehst du vor
In den meisten Regionen Deutschlands ist Leitungswasser so sauber, dass es ohne Bedenken getrunken werden kann. Sollte eine Situation eintreten, die das Abkochen erforderlich macht, informieren Radio und Fernsehen in der Regel darüber.
- Fülle das Leitungswasser in einen Topf, aber nicht randvoll, damit es beim Kochen nicht überläuft.
- Bringe das Wasser zum Kochen und lasse es mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen.
- Lasse das abgekochte Wasser rund 10 Minuten ruhig abkühlen.
- Falls sich Kalkpartikel oder Schmutz am Boden abgesetzt haben, gieße das Wasser durch einen Kaffeefilter ab.
Was bei zu wenig Trinkwasser passiert
Trinkst du zu wenig Wasser, dehydriert der Körper. Das macht sich zuerst durch Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar, gefolgt von Kreislaufproblemen und Fieber. Ab diesem Punkt solltest du dringend einen Arzt aufsuchen. Nach etwa 3 Tagen ohne jede Flüssigkeit droht der Tod. Gerade bei Hitze wie aktuell verkürzt sich dieses Zeitfenster, weil der Körper über Schweiß deutlich schneller Flüssigkeit verliert.
Wer es nicht schafft, genug Trinkwasser als Notreserve zu haben, muss sich um Lebensmittel oder Ausrüstung erst gar keine Gedanken machen. Die Wasserversorgung steht bei mir deshalb immer an erster Stelle in der Krisenvorsorge, noch vor dem Notvorrat an Lebensmitteln.
Trinkwasser bei einem Blackout oder verseuchtem Grundwasser
Bei einem Blackout arbeiten die Pumpen im Wasserwerk nicht mehr, es kommt also kein neues Wasser mehr aus der Leitung. In den Rohren befindet sich aber noch eine Restmenge, die du schnell in passende Behälter abfüllen solltest. Auch die Badewanne randvoll laufen zu lassen, sichert dir zusätzliches Brauchwasser.
Ist das Grundwasser durch einen Chemieunfall oder eine Panne im Wasserwerk verseucht, solltest du komplett auf Leitungswasser verzichten. Im Unterschied zum Blackout funktionieren hier Kommunikation und Versorgung meist weiter, sodass du Trinkwasser kaufen oder dich an Hilfsorganisationen wenden kannst, die mit mobilen Stationen aushelfen.

Genug Trinkwasser für unterwegs
Muss ich meine mit Vorräten aufgefüllte Wohnung verlassen, kann ich nicht literweise Wasser im Fluchtgepäck mit mir herumtragen. Genau dafür gibt es Outdoor-Wasserfilter, mit denen sich Wasser aus See, Bach oder Tümpel direkt in Trinkwasser verwandeln lässt. Wie ich selbst dabei vorgehe und welche Modelle ich empfehle, erkläre ich in meinem Outdoor Wasserfilter Test 2026.
Das BBK empfiehlt als Basiswert 2 Liter pro Person und Tag. Bei Hitzewellen mit 35 Grad und mehr rechne ich persönlich mit 3 Litern reinem Trinkwasser pro Person und Tag, da der Körper über Schweiß deutlich mehr Flüssigkeit verliert.
Richtig gelagert, kühl, dunkel und luftdicht verschlossen, hält sich Leitungswasser im Kanister praktisch unbegrenzt lange. Ich wechsle mein Wasser trotzdem alle 6 Monate aus, um das Risiko einer Keimbildung im Behälter gering zu halten.
Kurzfristig ja, langfristig sind lebensmittelechte Kanister oder Glasflaschen besser. Normale Kunststoffflaschen geben nach etwa einem Jahr zunehmend Weichmacher an das Wasser ab.
Nach der BBK-Basis wären das 60 Liter für 10 Tage. Bei uns im 3-Personen-Haushalt liegt der Vorrat aktuell bei 250 Litern, seit ich wegen der Hitzewelle 100 Liter zusätzlich eingelagert habe.
Mein Fazit zum Wasservorrat anlegen
Die Wasserversorgung ist für mich die Grundvoraussetzung jeder Krisenvorsorge, noch vor Lebensmitteln oder Ausrüstung. Die 2 Liter pro Person und Tag vom BBK sind ein guter Basiswert, aber wie die aktuelle Hitzewelle zeigt, solltest du deinen Vorrat an die Jahreszeit anpassen statt starr an einer Zahl festzuhalten. Bei mir sind es inzwischen 250 Liter im Keller für 3 Personen, dazu ein Wasserfilter als Ergänzung für den Fall, dass der Vorrat doch einmal zur Neige geht.
Welche nützlichen Gegenstände ich sonst noch für meine Krisenvorsorge im Einsatz habe, zeige ich in meinem Beitrag Top 7 Gegenstände für die Krisenvorsorge.