Kochen bei Stromausfall heißt: Herd und Wasserkocher bleiben kalt, warm essen willst du trotzdem. Die erste Frage ist dabei der Ort: Die Anleitung des Enders-Kartuschenkochers Olymp erlaubt den Betrieb nur im Freien oder in einem Raum, dessen Wandfläche zu mindestens einem Viertel offen ist. Was nützt der beste Notvorrat, wenn du ihn nicht sicher warm bekommst?
Ohne Strom gekocht habe ich beim Camping und bei der Bundeswehr, oft über Feuer und mit Esbit, mit Gaskartusche nur selten. Zu Hause habe ich Gasgrill und Feuerstelle im Garten, einen kleinen Gaskocher, einen Esbit-Kocher im Rucksack und einen Balkon, mein Haushalt hat drei Personen. Drinnen würde ich nur ein zugelassenes Gerät benutzen.
Aktualisiert : Innenraum- und Lagerregeln nach BBK und DVFG geprüft
Das Wichtigste in Kürze
- BBK: Kleinere Mahlzeiten gehen auf dem Campingkocher, gegrillt wird nur draußen, in der Wohnung besteht Erstickungsgefahr.
- Enders-Anleitung: „Gut belüftet“ heißt dort mindestens 25 % der Wandfläche offen. Meine Folgerung: Das ist eher Balkon oder Terrasse als Küche.
- DVFG: Kaffee- oder Teewasser für zwei braucht rund 10 g Gas, ein Pastagericht rund 50 g.
- DVFG: Butan baut um den Gefrierpunkt keinen Druck mehr auf, im Winter brauchst du Propan.
- Verbraucherzentrale Sachsen: Konserven brauchen keine weitere Zubereitung, du kannst sie kalt essen.
Kochen bei Stromausfall gehört auf den Balkon, nicht in die Küche
Kochen bei Stromausfall gehört nach draußen, weil eine Flamme im Raum unsichtbares Kohlenmonoxid bilden kann. Das BBK nennt für kleinere Mahlzeiten den Campingkocher und warnt: nicht in der Wohnung oder im Haus grillen, es besteht Erstickungsgefahr. Nach einer Simulation von BfR und BAM setzen 800 g glühende Holzkohle in einer geschlossenen Garage 750 bis 1.100 ppm Kohlenmonoxid frei. Laut BfR machen schon 200 ppm nach zwei Stunden Kopfschmerzen, 800 ppm Schwindel. Das gilt für Holzkohle, nicht für einen Gaskocher, doch auch Campingaz warnt: Gasgeräte verbrauchen Sauerstoff, Kohlenmonoxid hat weder Geruch noch Farbe.
Bei Holzkohle reichen laut BfR selbst offene Fenster nicht, Rauchmelder schlugen in keinem Versuch an. Trag jede Flamme deshalb auf Balkon, Terrasse oder in den Garten. Wer drinnen Gas betreibt, hängt einen Kohlenmonoxid-Warnmelder auf, wie ihn das BBK bei Gasheizgeräten empfiehlt. Dieselbe Gefahr gilt für eine Petroleumheizung in Innenräumen.
„Gut belüftet“ heißt in der Enders-Anleitung: ein Viertel der Wandfläche offen
Ob ein Gaskocher drinnen laufen darf, steht in der Bedienungsanleitung, und „belüftet“ ist eng gefasst. Laut Enders-Anleitung müssen in einem gut belüfteten Raum mindestens 25 % der Umschließungsfläche offen sein, also der Summe aller Wandflächen, dazu 1 m Abstand zu entzündbaren Wänden. Eine Küche mit gekipptem Fenster ist das nicht. Campingaz schreibt in der deutschen Anleitung des Bleuet 206 „nur im Freien“, die französische und englische Fassung erlauben belüftete Räume mit mindestens 2 m³ Luft pro Stunde und kW. Halte dich an die strengere deutsche Fassung.
Für dich heißt das konkret: Lies den Innenraum-Abschnitt deiner Bedienungsanleitung, bevor der Strom weg ist. Kaufst du neu, rät die Verbraucherzentrale Sachsen zu einem für Innenräume zugelassenen Kocher mit Sicherung, die das Gas bei erloschener Flamme stoppt. Dieselbe Sicherung nennt das BBK für Gasheizgeräte, siehe Gasheizung bei Stromausfall. An der Gasflasche gilt laut DVFG: in der Wohnung höchstens eine Flasche bis 16 kg angeschlossen, eine zweite nur in einem anderen Raum, nie im Keller.

Beide Kocher unten laufen an der Gasflasche, mit Propan auch bei Frost. „Innenraum“ steht nur in der Produktbezeichnung, ausprobiert habe ich keinen. Prüf vor dem Kauf Anleitung, Raumvorgaben, Schlauch und Druckregler.


Ein kleiner Gaskocher reicht für Heißgetränke und Konserven, im Winter braucht es Propan
Für Getränke und eine erhitzte Konserve brauchst du wenig Gas. Der DVFG nennt rund 10 g für Kaffee oder Tee für zwei, 20 g für Rührei für zwei und 50 g für ein Pastagericht mit Soße. Gerechnet reicht eine 230-g-Kartusche für gut vier Pastagerichte oder über 20-mal Heißwasser für zwei. Am meisten braucht laut DVFG das Pastagericht. Zum Aufwärmen von Getränken oder Erhitzen einer Konserve reicht mein kleiner Gaskocher.

Im Winter zählt die Gasart: Butan baut laut DVFG um den Gefrierpunkt keinen Druck mehr auf, blaue Butankartuschen sind eher fürs Sommercamping. Für den Winter empfiehlt der DVFG Propan, plane also ein Gerät an der Propanflasche ein. Warum braucht man einen Gaskocher, wenn im Garten schon ein Grill steht? Für eine Kanne Tee lohnt der Grill nicht.
Gaskartuschen lagerst du kühl und oberirdisch, nie im Keller
Mehr Kartuschen bringen nicht mehr Sicherheit. Der DVFG nennt als Richtwert bis zu sechs Kartuschen pro Gerät, eine Empfehlung, kein Gesetz. Flüssiggas ist schwerer als Luft, deshalb sind für Gasflaschen laut DVFG Keller, Schlafräume, Flure und Treppenhäuser als Lager tabu. Campingaz schreibt: kühl, trocken, belüftet, nie im Keller.
Lagere Kartuschen deshalb kühl, trocken und belüftet über der Erde, nie im heißen Auto. Vor dem Wegräumen des Geräts lässt du die Kartusche laut Enders ausbrennen, laut DVFG nur draußen und ohne Zündquelle in der Nähe. Wie leere Kartuschen entsorgt werden, regelt deine Gemeinde, frag beim örtlichen Abfallbetrieb nach.

Gasgrill und Feuerstelle gehören nach draußen, nie ins Haus
Mit Garten oder Balkon nennt das BBK den Grill ausdrücklich als Kochmöglichkeit. Im Winter-Blackout hat ein Gasgrill für den Garten einen Vorteil: Er hängt an der Propanflasche. Propan funktioniert laut DVFG auch weit unter 0 °C, Flaschen gibt es mit 5, 8 und 11 kg. Drinnen ist jeder Grill tabu, laut BfR auch ein Indoorgrill mit Holzkohle.
Bei mir stehen beide im Garten. Stell den Grill windgeschützt und mit Abstand zur Hauswand auf und lass den Deckel zu, so rät es der DVFG. Die Feuerstelle gehört weit weg vom Haus.

Esbit ist die Reserve für den Rucksack, nicht für zehn Tage
Esbit ist leicht und hält lange, für tagelange Familienküche reicht es nicht. Laut Esbit kocht ein halber Liter Wasser in etwa 5 Minuten, eine Tablette brennt 5 bis 15 Minuten, auch bei Minusgraden. Die Verbraucherzentrale Sachsen nennt den Brennwert vergleichsweise gering, ein Esbit-Notfallkocher ist laut Anbieter nur etwa 15-mal wiederverwendbar und für längere Notfälle nicht geeignet.
Bei der Bundeswehr und beim Camping habe ich oft mit Esbit gekocht, heute liegt mein Esbit-Kocher im Rucksack. Pack Kocher und Tabletten in deinen Fluchtrucksack, für zu Hause nimm den Gaskocher.
Nur kalt essen geht überall, jede Flamme hat Ortsvorgaben
Für Gaskocher und Grill nennen Hersteller, BBK und DVFG Ortsvorgaben, drinnen entscheidet die Anleitung.
| Kochmöglichkeit | Wo laut Quelle | Stärke | Schwäche | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Gaskocher mit Kartusche | je nach Anleitung: nur im Freien (Campingaz) oder „gut belüftet“ mit 25 % offener Wandfläche (Enders) | 10 g (Heißgetränk) bis 50 g (Pasta) Gas | Butan schwach um 0 °C | Enders, Campingaz, DVFG |
| Kocher mit Innenraumzulassung | drinnen nach Anleitung, mit Belüftung | drinnen nutzbar, wenn die Anleitung es erlaubt | Anleitung prüfen, Flaschenregel | Verbraucherzentrale, DVFG |
| Esbit-Kocher | Rucksack, unterwegs | leicht, lange haltbar | Brennwert laut VZ vergleichsweise gering, Notfallkocher laut Anbieter ca. 15-mal nutzbar | Esbit (Stärke), Verbraucherzentrale (Schwäche) |
| Gasgrill | nur draußen | Propan funktioniert auch bei Frost | drinnen Erstickungsgefahr | BBK, DVFG |
| Feuerstelle | nur draußen, Abstand zum Haus (eigene Empfehlung) | ohne Gas, ohne Strom | drinnen Kohlenmonoxid (bei Holzkohle) | BfR (Holzkohle drinnen) |
| Kalt essen | überall | kein Brennstoff, kein Kochwasser | Gefriergetrocknetes braucht heißes Wasser | Verbraucherzentrale |
Kalt essen ist der Plan für die ersten Tage
Plan die ersten Mahlzeiten kalt, das kostet weder Gas noch Kochwasser. Konserven brauchen laut Verbraucherzentrale Sachsen keine weitere Zubereitung, Gefriergetrocknetes dagegen heißes Wasser. Das BBK rechnet mit 1,5 l zum Trinken und 0,5 l zum Kochen je Person und Tag, für möglichst zehn Tage. Für meine drei Personen sind das gerechnet 15 l Kochwasser für zehn Tage, siehe Wasservorrat anlegen.
Als Notnahrung habe ich Konserven, EPA und Gefriergetrocknetes. Kalt gäbe es bei mir Wraps, Obst aus der Dose oder Haferflocken mit Milch. Aufgeblähte oder verbeulte Dosen kommen laut Verbraucherzentrale ungeöffnet weg. EPA und Gefriergetrocknetes hebst du auf, bis Kocher und Wasser sicher sind, mehr zur Haltbarkeit von Notrationen. Für den Kühlschrank lies Kühlschrank bei Stromausfall.
Für mich steht der Feuerlöscher am Kocher vor jedem Vorrat
Brandschutz hat für mich oberste Priorität, weil ein Fehler mit Kerze oder Gaskocher die komplette Vorsorge zu Hause zerstören kann. Laut BBK-Broschüre zum Stromausfall erhöhen gasbetriebene Heiz- und Lichtquellen und Kerzen bei unsachgemäßem oder unbeaufsichtigtem Betrieb das Brandrisiko. Das BBK rät zu Rauchmeldern in jedem Wohnraum und zu Löschmitteln.
Gleich zu Beginn des Ausfalls schaltest du laut BBK Geräte wie Herd, Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und Heizlüfter aus, damit sie bei Stromrückkehr nicht unbeaufsichtigt anlaufen. Stell Feuerlöscher oder Löschdecke an den Kochplatz und lass den Kocher nie unbewacht (Campingaz). Leg im Notfallplan für die Familie fest, wo Löschdecke und Feuerlöscher liegen.

Meine persönliche Einschätzung
Bei Stromausfall würde ich auf dem Balkon kochen, nicht in der Wohnung, und drinnen nur ein Gerät mit Zulassung benutzen. Im Garten habe ich Gasgrill und Feuerstelle, im Rucksack den Esbit-Kocher. Brandschutz steht für mich über allem. Ohne Balkon plane zuerst kalte Mahlzeiten ein und kauf erst dann einen Kocher mit Innenraumzulassung.
Mein Fazit zum Kochen bei Stromausfall
Beim Kochen bei Stromausfall entscheidet zuerst der Ort: Kartuschenkocher auf den Balkon, Grill und Feuer in den Garten. Drei Schritte für heute: Lies die deutsche Anleitung deines Kochers zu Innenräumen. Zähl deine Kartuschen, lagere sie oberirdisch (DVFG-Richtwert sechs je Gerät) und plane für den Winter Propan ein. Leg eine Löschdecke an den Kochplatz. Den Rest der Vorsorge findest du in meiner Blackout-Checkliste.
Häufige Fragen zum Kochen ohne Strom
Mit Gaskocher auf dem Balkon, Grill oder Feuerstelle im Garten, unterwegs mit Esbit. Das BBK nennt Campingkocher und Grill, gegrillt wird aber nie in der Wohnung. Erhitzen statt lange kochen spart Gas: Kaffee- oder Teewasser für zwei braucht laut DVFG rund 10 g, ein Pastagericht rund 50 g.
Konserven brauchen laut Verbraucherzentrale Sachsen keine weitere Zubereitung, du kannst sie kalt essen, etwa Obst aus der Dose. Verbeulte oder aufgeblähte Dosen entsorgst du ungeöffnet. Mehr dazu in meiner Blackout-Einkaufsliste.
Eine feste Stundenzahl gibt es nicht. Laut BBK kann bei Stromausfall kein Wasser mehr aus der Leitung kommen. Wann, hängt von deinem Wasserversorger ab. Das BBK rechnet mit 1,5 l zum Trinken und 0,5 l zum Kochen je Person und Tag, für möglichst zehn Tage. Mehr unter Wasserversorgung bei Stromausfall.
Laut BBK Geräte wie Herd, Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und Heizlüfter. So laufen sie bei Stromrückkehr nicht unbeaufsichtigt an. Alles Weitere in meiner Checkliste für den Stromausfall im Haus.
