
Aktualisiert — nach der aktuellen Hitzewelle Wasservorrat aufgestockt und Checkliste komplett erweitert.
Ein Notvorrat bedeutet, Wasser und Lebensmittel für mehrere Tage bis Wochen zuhause zu haben, für den Fall dass Geschäfte, Strom oder Lieferketten ausfallen. Ich baue meinen eigenen Vorrat seit Jahren für einen 3-Personen-Haushalt aus und teile hier meine komplette Checkliste, inklusive der Fehler, die ich am Anfang gemacht habe.
Wasser vor Lebensmittel vor Ausrüstung
Das ist meine wichtigste Regel beim Notvorrat anlegen: Wasser vor Nahrung vor Ausrüstung. Ich gebe kein Geld für teure Lebensmittel oder Ausrüstung aus, bevor nicht Wasser für mindestens 14 Tage vorhanden ist, besser 30 Tage und mehr. Nach der starken Hitzeperiode habe ich meinen eigenen Wasservorrat aufgestockt: Aktuell lagere ich 200 Liter in Kanistern im Keller, dazu kommt mein regulärer Vorrat, den ich um weitere 9 Liter erhöht habe. Wie ich das im Detail aufgebaut habe, steht in meinem Artikel zum Wasservorrat.
Notvorrat anlegen in 3 Schritten

Schritt 1: Wasser zuerst
Bevor du auch nur einen Euro für Lebensmittel ausgibst, sichere dein Wasser. Das BBK empfiehlt mindestens 2 Liter pro Person und Tag, ich persönlich würde eher mit 3 Litern planen, dazu kommt Wasser für die Zubereitung.
Schritt 2: Einfache Lebensmittel für 5 bis 7 Tage
Ich lagere mittlerweile nur noch Lebensmittel ein, die uns auch wirklich schmecken. Das ist eine Lektion aus meinen ersten Jahren als Prepper: Ich hatte Konserven gekauft, die ich „für den Notfall“ gedacht hatte, aber eigentlich gar nicht mochte. Ergebnis: Sie liefen einfach im Schrank ab, weil ich sie nie gegessen habe.
Für den Anfang setze ich außerdem auf Lebensmittel, die einfach und ohne viel Aufwand zuzubereiten sind, im Idealfall ganz ohne Erhitzen. Bei mir sind das zum Beispiel:
- Wraps mit Thunfisch oder Thunfischsalat
- Konserven mit Obst und Gemüse
- Alles, was nicht erhitzt werden muss
Das Ziel für diese erste Stufe: genug, um 5 bis 7 Tage klarzukommen. Erst danach prüfe ich, welche Ausrüstung und Möglichkeiten ich habe, um den Vorrat auszubauen.
Schritt 3: Ausrüstung und Wohnsituation abgleichen
Der Vorrat sollte immer zu deinem Einsatzgebiet passen. Wer zum Beispiel in einer kleinen Mietwohnung ohne Balkon lebt, für den fällt offenes Feuer weg, und ein Gaskocher ist drinnen eher keine gute Idee. Realistisch gesehen wird er trotzdem oft genutzt, wenn du das machst, achte wenigstens auf gute Belüftung. Wer dagegen wie ich einen Balkon oder sogar eine eigene Terrasse hat, hat deutlich mehr Möglichkeiten für draußen, bis hin zu einem kleinen Grill.
Wer noch einen draufsetzen will, kann später Notrationen und spezielle Militärnahrung besorgen. Die werden oft mit Heatbags und etwas Wasser erhitzt, dafür brauchst du kein offenes Feuer und keinen Kocher.
Welche Lebensmittel eignen sich zum Notvorrat anlegen gut?
Das Gute ist, die allermeisten Produkte gibt es in fast jedem Supermarkt. Man muss also nicht lange suchen und kann beim Einkaufen weitere Produkte mitnehmen, die man dann in den Vorratsschrank stellt. So baut man schnell und ohne zu hohe Kosten einen Vorrat auf.
Wichtig ist, dass man die Nahrungsmittel nicht erst im Ernstfall besorgen muss, da sich die Situation schnell ändern kann. Bei einem Stromausfall zum Beispiel wird der Laden um die Ecke vermutlich keine Waren mehr verkaufen. Deshalb solltest du die wichtigsten Lebensmittel sowie Wasser immer für gut zehn Tage zu Hause haben.
Checkliste für den Notfall
Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für Notsituationen zu Hause zu haben. Daraus ergibt sich diese Checkliste.
| Lebensmittelkategorie | Produkte | Lagerfähigkeit |
|---|---|---|
| Wasser (2 Liter pro Tag pro Person) | Trinkwasser (Flaschen) | Mehrere Monate bis Jahre |
| Getreideprodukte | Reis, Nudeln, Haferflocken | Mehrere Jahre haltbar |
| Gemüse und Hülsenfrüchte in Dosen | Linsen, Bohnen, Erbsen (getrocknet oder in Dosen) | bis zu 5 Jahre (Dosen) |
| Konserven | Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch | Bis zu 5 Jahre |
| Öle/Fette | Pflanzenöl, Butter (eingedost) | 2 Jahre (Öl), 5 Jahre (eingedoste Butter) |
| Milchprodukte | UHT-Milch, Milchpulver | 6 Monate bis 2 Jahre (UHT-Milch), bis zu 10 Jahre (Milchpulver) |
| Süßigkeiten/Nüsse/Kakao | Schokolade, Nüsse | 1-2 Jahre |
| Fertiggerichte | Instant-Suppen, Fertignudelgerichte | 1-2 Jahre |
| Gewürze | Salz, Pfeffer, Kräuter | Mehrere Jahre |
| Babybedarf | Babynahrung, Säuglingsmilch | Bis zum Verfallsdatum |
Notvorrat Checkliste als PDF zum Ausdrucken
Eine noch ausführlichere Einkaufsliste mit konkreten Produktvorschlägen findest du außerdem in meinem Beitrag Blackout Einkaufsliste 2026.
Was muss ich beim Zusammenstellen beachten?
- Lebensmittel mit langer Haltbarkeit wählen
- Im Laden auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten
- Frische Lebensmittel verderben schneller
- Große Mengen und Hamsterkäufe vermeiden, lieber nach und nach eine Packung mehr mitnehmen
Für die Abwechslung solltest du neben Wasser auch andere Getränke im Haus haben. Dazu gehört für mich:
- Tee
- Fruchtsäfte
- Kaffee (als Pulver und Fertig)
Wichtig ist bei Getränken, dass dein Vorrat den Bedarf von 2 Liter Flüssigkeit pro Person und Tag deckt. Dazu kommt dann noch Wasser für die Zubereitung von Speisen wie Reis, Nudeln und so weiter.
Ich plane meinen Vorrat so, dass ich auf 2.200 kcal pro Person und Tag komme. Damit sollte beim Anlegen des Vorrats jeder rechnen, um über die Zeit einen gut gefüllten Lebensmittelvorrat anzulegen. Damit deckt man im Regelfall den Gesamtenergiebedarf ab.
Weitere Produkte wie Hygieneartikel und Hausapotheke zum Bevorraten
Während der Corona-Pandemie konnte man sehr gut erkennen, wie Menschen in Ausnahmesituationen überreagieren. Rund ein Viertel der Deutschen kaufte laut einer Innofact-Befragung damals deutlich mehr Toilettenpapier als sonst, was zur bundesweiten Klopapierkrise führte, obwohl nie ein echter Versorgungsengpass bestand. Genau das passiert bei Hamsterkäufen: Sie erzeugen Engpässe, wo eigentlich keine sind. Darum gehört zu meinem Notvorrat auch eine gut ausgestattete Hausapotheke. Folgende Liste sollte nur als Vorschlag dienen, da Medikamente sehr individuell sind.
| Kategorie | Artikel | Verwendungszweck |
|---|---|---|
| Grundmedikamente | Schmerz- und Fiebermittel (z.B. Paracetamol) | Zur Linderung von Schmerzen und Fieber |
| Hustensaft und Lutschtabletten | Zur Behandlung von Husten und Halsschmerzen | |
| Antidiarrhoika (z.B. Loperamid) | Zur Behandlung von Durchfall | |
| Antazida | Zur Linderung von Sodbrennen und Magenbeschwerden | |
| Allergie Medikamente | Antihistaminika | Für Allergiesymptome wie Juckreiz und laufende Nase |
| Hautpflege | Desinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe | Zur Desinfektion und Behandlung kleiner Wunden |
| Hydrokortison-Salbe | Zur Behandlung von Hautirritationen und Ekzemen | |
| Hygieneartikel | Handdesinfektionsmittel, Seife | Zur Händedesinfektion und allgemeinen Hygiene |
| Einmalhandschuhe | Zum Schutz vor direktem Kontakt mit Krankheitserregern | |
| Erste-Hilfe | Verbandmaterial, sterile Kompressen | Für die Erstversorgung von Verletzungen |
| Pflaster, Mullbinden | Zum Schutz und zur Stabilisierung von kleinen Wunden | |
| Sonstiges | Fieberthermometer | Zur Überwachung der Körpertemperatur |
| Pinzette, Schere | Für allgemeine medizinische Zwecke |
Bei Medikamenten solltest du besonders auf die Lagerung achten und darauf, dass sie ausreichend lange haltbar sind. Auch hier gilt: neu gekaufte Vorräte gehören nach hinten, um die älteren zuerst zu verbrauchen.
Notvorrat für 6 Monate oder ein Jahr: Lohnt sich das?
Die offizielle BBK-Empfehlung liegt bei 10 Tagen, und damit bist du für die meisten realistischen Szenarien in Deutschland (Blackout, Lieferkettenstörung, lokale Katastrophe) schon richtig gut aufgestellt. Meine eigene Empfehlung geht trotzdem eher Richtung 3 Wochen bis 30 Tage. Wer so lange vorsorgen will, sollte das nicht als einmaligen Großeinkauf angehen, sondern schrittweise aufbauen und dabei konsequent nach dem FIFO-Prinzip rotieren, sonst läuft dir ein großer Teil davon ab, bevor du ihn je brauchst.
Für die Langzeit-Reserve reichen normale, günstige Lebensmittel oft völlig aus: Reis, Bohnen und Konserven sind bei richtiger Lagerung problemlos jahrelang haltbar. Spezielle Militärrationen, sogenannte EPA, kosten dagegen viel Geld und sind für den normalen Haushalt eigentlich nicht nötig. Sinnvoll sind sie eher für ein Fluchtversteck oder den Fluchtrucksack, wo sie sich mit Heatbags erhitzen lassen und du kein offenes Feuer brauchst.
Lebensmittelvorrat richtig lagern: FIFO-Prinzip und Ordnung im Schrank

Mir ist immer wichtig, dass ich den Vorrat auch im alltäglichen Lebensmittelverbrauch einbeziehe. Ich möchte vermeiden, dass Lebensmittel verderben, darum plane ich mit Nahrung, die regelmäßig verbraucht und wieder erneuert wird.
Dabei halte ich mich an das sogenannte FIFO-Prinzip: First in, First out. Produkte, die zuerst in den Schrank gestellt wurden, werden auch zuerst verbraucht. So vermeide ich das ständige Kontrollieren des Mindesthaltbarkeitsdatums, und die Lebensmittel werden nicht schlecht. Bei mir gehören neu gekaufte Vorräte nach hinten im Regal, sodass die älteren Sachen vorne stehen und als nächstes verbraucht werden.
Für den Überblick packe ich die Lebensmittel außerdem nach Kategorien: Alles, was zum Frühstück gehört, kommt in eine separate Stapelbox. So sehe ich sofort, welche Vorräte darin sind und wo ich auffüllen muss. Dasselbe Prinzip nutze ich für Mittag- und Abendessen.
Zudem solltest du keine Ware in Kartons oder lose auf den Boden stellen. Hier könnten Nagetiere die Verpackung anknabbern, oder, wenn die Sachen im Keller stehen, kann ein Hochwasser den Keller und somit die Lebensmittel beschädigen. Die Vorräte sollten also luftdicht verschlossen und vor Sonne geschützt sein.
Vorratshaltung ist keine neue Erfindung
Wenn ich bei dem Thema Vorratshaltung an meine Kindheit denke, fällt mir immer als Erstes der kleine Vorratsraum neben der Küche meiner Oma ein. Ein Regal an der einen Seite des Raums, gefüllt mit jeder Menge selbst eingemachter Lebensmittel, gemischt mit einigen Dingen aus dem Supermarkt. Für sie war das nie „Prepping“, sondern schlicht normal.
Du brauchst für die Vorratshaltung keinen besonderen Raum oder eine eigene Kammer. Ein Regal in einem trockenen Raum ohne viel Feuchtigkeit, aber auch nicht zu warm, reicht schon aus. Bei mir wurde ein Schrank im Flur kurzerhand zum kleinen Vorratsschrank umfunktioniert. Achte einfach auf die Luftfeuchtigkeit und mögliches Ungeziefer, dann passiert deinem Vorrat nichts.
Wie sieht der optimale Vorrat für einen Ernstfall aus?
Man kann sich nicht auf alles vorbereiten. Persönlich möchte ich aber dafür Vorsorge betreiben, dass meine Familie und ich im Ernstfall, zum Beispiel bei einem Stromausfall, so lange wie möglich ohne fremde Hilfe auskommen können. Aktuell habe ich dafür:
- 200 Liter Wasser in Kanistern im Keller, plus regulären Haushaltsvorrat
- Lebensmittel für etwa zehn bis 14 Tage
- Vorrat, der auf meinen 3-Personen-Haushalt ausgelegt ist
- Hausapotheke und Werkzeuge
- Radio und Batterien
Meine persönliche Einschätzung von Robert M.
Wasser vor Nahrung vor Ausrüstung, in dieser Reihenfolge. Ich gebe kein Geld für teure Lebensmittel oder Ausrüstung aus, solange nicht mindestens 14 Tage Wasser da sind, besser 30 Tage und mehr. Bei den Lebensmitteln lagere ich inzwischen nur noch, was uns auch wirklich schmeckt, alles andere landet früher oder später abgelaufen im Müll statt im Notfall auf dem Teller.
Zuerst Wasser (mindestens 2 Liter pro Person und Tag), danach Lebensmittel, die du ohne viel Aufwand zubereiten kannst und die dir wirklich schmecken. Erst wenn Wasser und Grundnahrung für einige Tage stehen, lohnt sich Ausrüstung wie ein Campingkocher oder ein Radio.
Für die meisten Haushalte in Deutschland nicht zwingend. Das BBK empfiehlt 10 Tage, das deckt die realistischen Szenarien wie Blackout oder Lieferkettenstörung ab. Wer trotzdem länger vorsorgen will, sollte schrittweise aufbauen und nach dem FIFO-Prinzip rotieren, statt alles auf einmal zu kaufen.
Weil Stromausfälle, Lieferkettenstörungen oder lokale Katastrophen den Zugang zu Geschäften und Wasser vorübergehend unterbrechen können. Ein Notvorrat macht dich für diese Tage unabhängig von funktionierenden Läden und Infrastruktur.
Nach dem FIFO-Prinzip: First in, First out. Neu gekaufte Ware kommt nach hinten, ältere Produkte werden zuerst verbraucht. Lagerung sollte luftdicht, trocken, kühl und vor Licht geschützt sein, am besten sortiert nach Kategorien in Boxen.
In einer Mietwohnung ohne Balkon fällt offenes Feuer und ein Gaskocher drinnen praktisch weg, hier zählt eher Lebensmittel, die ohne Erhitzen essbar sind, plus gute Belüftung falls doch gekocht wird. Mit eigenem Grundstück und Garten hast du mehr Möglichkeiten für Feuerstelle oder Grill.
Die komplette offizielle Checkliste der Bundesregierung habe ich weiter oben schon verlinkt, ein Blick lohnt sich in jedem Fall.
Wenig Platz oder wenig Geld? So passt du den Notvorrat an
Wenig Platz: Wo du noch Stauraum findest
Auch in der kleinsten Wohnung findet sich noch Platz für einen Notvorrat, wenn du weißt wo du suchen musst:
- Unter dem Bett
- Auf Schränken (Stapelkisten nutzen die Raumhöhe)
- Im Kleiderschrank, hinter den Kleiderstapeln
- Im Keller oder auf dem Dachboden (auf Temperatur und Feuchtigkeit achten)
- In ungenutzten Koffern und Taschen
Ein Trick, den ich selbst nutze: Ich packe die Vorräte in mehrere Stapelkisten, jede für 3 bis 5 Tage. So sehe ich sofort, wie viele Tage ich abgedeckt habe, und im Fall einer schnellen Evakuierung nehme ich einfach die Kisten mit und weiß genau, wie lange sie reichen. Beim Umpacken lohnt sich außerdem platzsparendere Verpackung, zum Beispiel große Vorratsgläser statt der Originalkartons.
Wenig Geld: Was wirklich zählt
Ein Notvorrat muss nicht teuer sein. Die günstigsten und gleichzeitig sinnvollsten Grundnahrungsmittel sind meist dieselben, die du sowieso schon kennst: Nudeln, H-Milch, Erbsen und Möhren aus der Dose, geschälte Tomaten und Wasser. Bei einem Discounter-Test kam ich mit diesen Basics für unter 20 Euro schon ein gutes Stück weiter.
Rückblickend würde ich beim Neuaufbau eines Vorrats mit kleinem Budget zum Teil andere Lebensmittel kaufen, als ich es früher getan habe, siehe dazu auch meine Anekdote weiter oben zu Konserven, die im Schrank abliefen, weil sie mir nicht schmeckten. Kaufe lieber ein paar günstige Grundnahrungsmittel, die du wirklich isst, als teure Spezial-Notration, die am Ende ungegessen im Schrank landet.