
Ja, Elektrogeräte können bei einem Stromausfall kaputt gehen, meistens durch die Überspannung wenn der Strom zurückkehrt. Am häufigsten betroffen sind Kühlschrank, Waschmaschine, Computer und Fernseher. Für den Schaden haftet in den meisten Fällen der Netzbetreiber, nicht du.
Aktualisiert : Rechtsgrundlage korrigiert (§ 18 NAV statt pauschaler BGH-Aussage), FAQ ergänzt.
Die gesetzliche Grundlage dafür ist § 18 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV). Danach haftet der Netzbetreiber für Sachschäden durch eine Störung der Anschlussnutzung wie einen Stromausfall, wenn der Schaden über 30 Euro liegt. Bei einfacher Fahrlässigkeit ist die Haftung auf 5.000 Euro pro Anschlussnutzer begrenzt. Wichtig für dich: Das Gesetz vermutet zunächst ein Verschulden des Netzbetreibers. Du musst also nicht beweisen, dass er schuld ist, er muss das Gegenteil beweisen.
Um Schadenersatz einfordern zu können, musst du die Schäden, Datum und Uhrzeit genau dokumentieren. Du musst zudem einen Zusammenhang zwischen dem Stromausfall und dem Defekt nachweisen können.
Was sollte man tun, wenn Elektrogeräte bei einem Stromausfall einen Schaden abbekommen haben

Damit das möglich ist, solltest du deinen Schaden umgehend melden. Einige Anbieter akzeptieren aber nur schriftliche Schadensmeldungen. Du kannst also eine Schadensmeldung per Post senden.
Falls du die Adresse deines Netzbetreibers nicht kennst, kannst du dich auch mit deinem Stromversorger in Verbindung setzen. Beachte aber: Stromversorger und Netzbetreiber sind oft zwei verschiedene Unternehmen, nur der Netzbetreiber zahlt nach § 18 NAV.
Die Schadensersatzsumme liegt zwischen 30 Euro und 5.000 Euro. Schäden, die weniger als 30 Euro betragen, werden nicht bezahlt. Es ist sinnvoll, eine Schadensliste anzufertigen. Zudem ist es hilfreich, wenn du Fotos machst.
Lasse den Schaden durch Zeugen bestätigen
Auch Zeugen sind keine schlechte Idee. Ein Verwandter oder ein Nachbar, der den Schaden bezeugen kann, ist im Streitfall praktisch. Übrigens ist der Netzbetreiber auch für gesundheitliche Folgeschäden haftbar.
Wenn im Winter nach einem Stromausfall die Heizung ausfällt und einer der Bewohner deswegen erkrankt, trägt der Netzbetreiber die Kosten. Eine Ausnahme bilden Schäden, die durch höhere Gewalt entstanden sind. Bei einem Stromausfall aufgrund eines Blitzschlages haftet der Netzbetreiber nicht direkt über § 18 NAV, dazu gleich mehr.
Welche Versicherung zahlt bei Schäden durch Stromausfall
Wenn du dich zusätzlich gegen Schäden durch Überspannung bei einem Gewitter absichern willst, kannst du dies über die Hausratversicherung beziehungsweise die Gebäudeversicherung machen. Die Gebäudeversicherung übernimmt die Kosten nur, wenn dies zuvor ausdrücklich vereinbart worden ist.
Dafür gibt es in der Gebäudeversicherung eine entsprechende Klausel. Diese Vereinbarung ist jedoch nicht kostenfrei, kann sich aber durchaus lohnen. Die Überspannung entsteht bei einem Gewitter, wenn der Blitz in einem Umkreis von 1 bis 4 Kilometern einschlägt.
Bei verdorbenen Lebensmitteln im Kühlschrank sieht es anders aus: Die normale Hausratversicherung zahlt das in der Regel nicht automatisch, sondern nur mit einem speziellen Zusatzbaustein für Kühl- und Gefriergut. Ohne diesen Baustein bleibt dir nur der Anspruch gegen den Netzbetreiber nach § 18 NAV, wenn der Stromausfall dessen Verschulden war.
Woher kommt eine Überspannung im Stromnetz

Dies kann ein Laternenmast oder auch ein Nachbarhaus betreffen. Die Energie des Blitzschlages wird an die Elektrogeräte weitergegeben, wenn sie zuvor nicht abgeleitet werden kann. Mit viel Pech erwischt die Überspannung dann deinen Computer, deinen Fernseher und andere teure Geräte.
Für Blitzschäden gibt es neben § 18 NAV noch einen zweiten, oft übersehenen Weg: Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil (Az. VI ZR 144/13) entschieden, dass Netzbetreiber für Überspannungsschäden auch nach dem Produkthaftungsgesetz haften können, wenn fehlerhaft eingespeister Strom als fehlerhaftes Produkt gilt. Diese Haftung greift unabhängig vom Verschulden des Netzbetreibers und kann relevant werden, wenn § 18 NAV im Einzelfall nicht ausreicht.
Prüfe also noch mal, ob dein Versicherungsvertrag Induktionsschäden abdeckt. Natürlich darfst du das defekte Gerät nicht entsorgen. Vielleicht möchte die Versicherung das Gerät unter Augenschein nehmen, bevor sie bezahlt.
Beachte auch, dass es einen Unterschied zwischen einem direkten und einem indirekten Blitzeinschlag gibt. Der direkte Blitzeinschlag trifft das Gerät ohne Umwege, während der indirekte Blitzschlag erst über im Boden liegende Leitungen geht.
Dies geschieht meist über die Stromleitung oder die Telefonleitung. Es kann aber auch über die Antennenleitungen geschehen. Haushaltsgeräte können diese enorme Spannung nicht aushalten und werden daher zerstört. Im schlimmsten Fall brennt das Gerät ab.
Die durchschnittliche Versicherung deckt in der Regel nicht jede Art von Blitzeinschlag ab. Sieh dir die Bedingungen also ganz genau an und kontrolliere, ob die Versicherung auch bei einem indirekten Blitzeinschlag bezahlt. Einige Versicherungen decken indirekten Blitzschlag nicht ab. Notfalls musst du die Versicherung anschreiben und den Einschluss von Schäden durch indirekten Blitzschlag beantragen.
Im Übrigen gibt es auch die Möglichkeit, den Computer und andere Elektrogeräte gegen Überspannungsschäden zu versichern, die nicht durch einen direkten oder indirekten Blitzschlag entstanden sind. Allerdings musst du dann nachweisen, dass der Schaden von außen entstanden ist.
Wenn du sehr teure elektrische Geräte besitzt, kann sich eine zusätzliche Elektronik- und/oder Computerversicherung für dich lohnen. Mit einer solchen Versicherung bist du wirksam gegen viele Eventualitäten wie Schäden durch Bedienungsfehler, böswillige Beschädigung, Ungeschicklichkeit und Fahrlässigkeit abgesichert. Sogar Material- und Herstellungsfehler werden übernommen.
Welche Elektrogeräte können bei einem Stromausfall beschädigt werden
Generell können alle Elektrogeräte in einem Haushalt bei einem Stromausfall beschädigt werden, die zum Zeitpunkt der Überspannung am Netz angeschlossen sind. Im Fall einer Überspannung werden wichtige Bauteile beschädigt oder zerstört. Dies kann im Extremfall sogar zu Explosionen oder Bränden führen.
Geräte, die oft von Schäden durch einen Stromausfall betroffen sind, sind unter anderem:
- Computer
- Fernseher
- Kühlschrank
- Geschirrspülmaschine
- Elektroherd und Backofen
- Waschmaschine
- Kaffeemaschine
- Dunstabzugshaube
- Dampfgarer
- Mikrowelle
In einem gewöhnlichen Stromnetz in einem deutschen Privathaushalt liegt die Netzspannung bei 230 Volt. Durch den Blitzeinschlag tritt dann eine höhere Spannung auf, die an den elektrischen und elektronischen Geräten Schäden hervorruft.
Wie kann man Elektrogeräte vor Überspannung schützen
Aus diesem Grund ist der wirksame Schutz vor Überspannung in den deutschen Haushalten sehr wichtig. Die Zahl an elektrischen Geräten in einem Privathaushalt ist schließlich nicht gerade klein.
Um die Waschmaschine, die Kaffeemaschine, den Geschirrspüler, den Fernseher, das Telefon, die Klimaanlage, den Computer und die Heizung wirksam zu schützen, ist es wichtig, Vorsorge zu treffen. Inzwischen gibt es eigentlich keinen Raum mehr, der keine elektrischen Geräte hat.
Ein Blitzeinschlag kann daher schnell großen finanziellen Schaden verursachen. Die meisten Schäden durch Überspannung entstehen durch direkte und indirekte Blitzeinschläge, aber es kann auch sein, dass Geräte wegen einer veralteten Elektroinstallation ungleichmäßig belastet werden.
Wenn die Spannung mehr als 230 Volt erreicht, können die elektrischen Geräte kaputtgehen, da sie für eine größere Spannung nicht ausgelegt sind. Vor allem kritische Überspannungen richten einen großen Schaden an, da alle angeschlossenen Geräte mit großer Sicherheit zerstört werden. Mitunter müssen alle Geräte neu angeschafft werden, dies verursacht eine beträchtliche finanzielle Belastung.
Leider sind teure Elektrogeräte oft besonders empfindlich gegenüber großen Spannungsunterschieden. Ein Computer erleidet da schnell mal einen Totalschaden. Darüber hinaus gehören Überspannungen zu den größten Brandrisiken in deutschen Wohnungen.
Die Sommermonate sind gefährlicher als die Wintermonate, da im Sommer vermehrt Gewitter auftreten. Neben dem finanziellen Schaden entstehen auch ein großer Zeitaufwand und eine zusätzliche nervliche Belastung. Oftmals sind die Folgeschäden nicht sofort zu beheben.
Auch das Entsorgen von großen, defekten Geräten kann umständlich und zeitaufwendig sein. Um alle diese Probleme zu vermeiden, solltest du dich gegen Überspannung absichern. Glücklicherweise gibt es dazu mehrere Wege.
Überspannungsschutz gegen teure Schäden
Du kannst bei einem Gewitter einfach alle Stecker aus den Steckdosen ziehen. Ein Gerät, welches nicht mit dem Stromnetz verbunden ist, kann auch nicht überlastet werden. Wenn du viele Geräte hast, kann dies natürlich etwas dauern, weil jeder Haushalt inzwischen über eine Vielzahl an Elektrogeräten verfügt.
Beginne also mit den Geräten, die dir besonders am Herzen liegen. Leider können einige Geräte wie die Heizung oder der Kühlschrank nicht lange ohne Strom bleiben. Nach einigen Stunden taut ein Kühlschrank auf. Zudem bist du auch nicht immer daheim, wenn es ein Gewitter gibt.
Aus diesem Grund lohnt es sich, ein Überspannungsschutzgerät zu erwerben. Auf dem Markt sind inzwischen viele verschiedene Modelle erhältlich. Es gibt Steckerleisten, Zwischenstecker sowie ganze Schutzsysteme für das Haus oder die Wohnung. Für besonders empfindliche Geräte wie einen PC oder ein NAS ist eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) die sicherste Lösung, da sie zusätzlich noch kurze Zeit weiter mit Strom versorgt.
Mit einer Schutzanlage können alle elektrischen Geräte professionell und sicher vor der Überspannung gesichert werden. Achte beim Kauf eines Überspannungsschutzgerätes stets auf ein Gütesiegel und eine gute Qualität. Billige Überspannungsschutzgeräte können Probleme verursachen.




Häufige Fragen zu Elektrogeräten bei Stromausfall
Wer haftet, wenn Elektrogeräte durch einen Stromausfall kaputt gehen?
In der Regel der Netzbetreiber, nach § 18 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV). Das Gesetz vermutet zunächst ein Verschulden des Netzbetreibers, du musst es also nicht selbst beweisen. Bei Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag kann zusätzlich eine Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz greifen (BGH, Az. VI ZR 144/13).
Ab welchem Schaden zahlt der Netzbetreiber?
Der Schaden muss über 30 Euro liegen. Nach oben ist die Haftung bei einfacher Fahrlässigkeit auf 5.000 Euro pro Anschlussnutzer begrenzt. Kleinere Schäden unter 30 Euro trägst du selbst.
Zahlt die Versicherung, wenn der Kühlschrank nach einem Stromausfall kaputt geht und Lebensmittel verderben?
Die normale Hausratversicherung zahlt das meistens nicht automatisch, sondern nur mit einem speziellen Zusatzbaustein für Kühl- und Gefriergut. Ohne diesen Baustein bleibt dir der Anspruch gegen den Netzbetreiber nach § 18 NAV, wenn der Stromausfall dessen Verschulden war.
Wie schütze ich meine Geräte am besten vor Überspannung?
Am einfachsten mit Steckdosen oder Steckerleisten mit eingebautem Überspannungsschutz. Für besonders empfindliche Geräte wie einen PC oder ein NAS lohnt sich zusätzlich eine USV. Bei einem herannahenden Gewitter kannst du empfindliche Geräte auch einfach vom Stromnetz trennen.
Was mache ich, wenn mein Gerät durch einen Stromausfall kaputt gegangen ist?
Schaden, Datum und Uhrzeit genau dokumentieren, Fotos machen und wenn möglich Zeugen benennen. Finde heraus wer dein Netzbetreiber ist (nicht dein Stromanbieter) und melde den Schaden schriftlich. Bewahre das defekte Gerät auf, bis der Netzbetreiber oder die Versicherung es geprüft hat.
Ein Stromausfall trifft dich in der Regel sehr plötzlich und unvorbereitet. Während das bei einem normalen Stromausfall meistens nicht weiter schlimm ist, kann eine solche Situation auch gefährlich werden. Bei einem Blackout zum Beispiel.
Ein Blackout ist kein gewöhnlicher Stromausfall, der nach wenigen Minuten wieder behoben ist und du zurück zur Normalität kehren kannst.
In meinem Beitrag ist ein Blackout in Deutschland wirklich möglich erkläre ich, wie es zu einem Blackout kommen kann und welche Vorsorge du treffen solltest.
Nicht nur die Elektrogeräte sind bei einem Stromausfall zu Hause betroffen, auch der öffentliche Verkehr, Tankstellen und Mobilfunknetze sind von einem Blackout betroffen. Ein solches Szenario bringt dein tägliches Leben komplett durcheinander.
Darum solltest du wirklich ein Mindestmaß an Vorbereitung treffen und dich ein klein wenig auf eine solche Situation vorbereiten. Mein Beitrag Krisenvorsorge für Einsteiger hilft dir dabei den Anfang zu finden.
Ich hoffe, der Artikel hat dir geholfen, Antworten auf deine Frage zu finden und dich eventuell auch etwas mehr für das Thema Blackout und Krisenvorsorge zu sensibilisieren.